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Die Kariang (auch als „Karen“ bezeichnet), ein bei uns relativ unbekanntes Volk, leben in den Grenzregionen von Burma und Thailand, in den Bergregionen von Myanmar. Die Kariang liebten ganz besonders Schmuck aus den sogenannten „Seedbeads“. Das sind sehr kleine Perlen aus unterschiedlichen Materialien. Seedbeads aus Glas führten sie aus Europa, China und Indien ein. Die Karen selbst fertigten Seedbeads aus natürlichen Materialien, vor Allem aus Kokosnussschalen. Sie schliffen kleine Stückchen Kokosnussschale rund, durchbohrten sie und fädelten sie zu Ketten und Armbändern. Die Ketten wurden in möglichst großer Zahl auf Brusthöhe getragen und auch von den Armbändern trug man viele Schmuckstücke zusammen. Das Besondere an diesen Seedbeads aus Kokosnussschale war, dass sie sich mit der Zeit beim Tragen dunkelbraun bis schwarz verfärbten und einen schönen Glanz annahmen. Die Kariang liebten auch eine besondere Form des Ohrschmucks, eine Art Piercing, Ohrplugs meist aus Silber mit Verzierungen durch bunte Wollfäden. Sehr begehrt und als Statussymbol angesehen waren Ohrplugs aus Elfenbein. Diese Schmuckstücke wurden von Männern und Frauen getragen und konnten Längen von bis zu zehn Zentimeter und einen Durchmesser von bis zu vier Zentimeter aufweisen. Nur den Männern vorbehalten waren Ohrringe aus Bergkristall. Eine Besonderheit stellen die Armreifen dar, die aus sehr unterschiedlichen Materialien, unter Anderem aus Kupfer, Messing oder Aluminium, aber vor Allem aus Silber gefertigt waren. Die Silberschmiede der Kariang erweisen sich als sehr kunstfertig und stellten Armreifen der unterschiedlichsten Formen her. Die Armreifen waren nicht nur flach, sondern häufig auch spiralförmig, gedreht und auch zum Teil graviert und verziert. Männer trugen immer nur einen einzigen, meist eher schlichten Armreif am Handgelenk, während es bei den Frauen als Schönheitsideal galt, so viele verschiedene Armreifen wie möglich zusammen zu tragen. Am Schönsten war es, den ganzen Arm damit zu bedecken. Eine besondere Gruppe der Kariang sind die Padaung-Frauen. Der Name „Padaung“ setzt sich zusammen aus pa = drum herum und daung = glänzendes Metall, was sich auf den sehr ausgefallenen Halsschmuck dieser Frauen bezieht. Die Frauen dieses Stammes tragen Messingringe um den Hals. Nach der alten Tradition bekamen kleine Mädchen mit fünf Jahren von der Schamanin an einem vom Horoskop festgelegten Tag den ersten Ring um den Hals und in jedem Jahr am gleichen Tag einen weiteren Ring. Durch den Druck und das Gewicht der massiven Halsringe wurde so allmählich der Hals verlängert, indem die Halsmuskulatur sich dehnte und Schlüsselbeine und Schulterblätter nach unten gedrückt wurden. Auf Grund dieser langen hälse wurden diese Frauen als „Giraffenfrauen“ bezeichnet. Je länger der Hals, also je mehr Halsringe, desto höher das Ansehen. Der Rekord liegt bei 40 Zentimeter geringeltes Messing um den Hals, ein Gewicht von rund neun Kilogramm. Als Strafe für Untreue wurden den dabei ertappten Frauen die Halsringe abgenommen. Zum Einen waren sie damit gebrandmarkt als untreue Frau, zum Anderen hatten sie längere Zeit ein Problem, den Kopf aufrecht zu halten, da er ja seiner Stütze beraubt war. Heutzutage stirbt dieser Brauch der langen Hälse allmählich aus. Halsringe werden zwar noch immer getragen, aber nur noch wenige, die keine Verlängerung des Halses bewirken. Touristen zahlen Eintrittsgeld, um die Dörfer der Padaung besuchen und die Giraffenfrauen sehen zu können. Aber es gibt nicht mehr sehr viele dieser langhalsigen Frauen.
Name: Susan Mueller E-Mail: ralf-richter1@gmx.de
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